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Die Fortuna, das Bahnfahren und ich, wir vier werden in diesem Leben wahrlich keine Freunde mehr.
 
Im Vorfeld des Spiels gegen die SpVgg Hamm hatte ich mir schon in den Hintern gebissen, dass ich aufgrund eines Wochenendes in Berlin die Einladung von leybold zum Frühschoppen mitsamt der Fortuna-Fanbus-Delegation in Hamm am Sonntagmorgen nicht wahrnehmen konnte. Hatte dann aber auf der Rückfahrt von Hamm längst wieder verdrängt, dass die Fortuna in Hamm gespielt hat, wo ich auf meinem weiteren Weg nach Lippstadt umsteigen wollte.
 
Doch was sehen meine entzündeten Augen in der Bahnhofshalle in Hamm? DFC-Schals. Co-Trainer-T-Shirts. Auch ohne Mitgliedsausweise erkannte ich sie sofort, ohne jedoch zu wissen, wer das eigentlich ist. „Du bist doch der Co-Trainer, der auf der Bank gesessen hat“, wurde ich gleich erkannt. Was mir die Freudentränen über alle vier Backen laufen ließ denn ich war froh, dass niemand rief: „Bis Du nicht die Froschkappe von dem 'Rote Nase Südstadion-Plakat'?“ Man freut sich eben schon über kleine Dinge.
 
In meiner Aufregung überhaupt mal DFCler in real life zu treffen und zu erleben, habe ich die meisten Namen wieder vergessen. Man möge es mir verzeihen, ich war zum einen so aufgeregt, zum anderen war ich aber auch mit den Gedanken woanders, denn die Bahnhofskneipe in Hamm war immer noch wegen Renovierung geschlossen. Mensch, ich könnte auch Pech heißen.
 
Ein sehr heiserer junger Mann entblößte vor mit sein Co-Trainer-Shirt und stellte sich als „zufall“ vor. Neben ihm der Vater von Kevin Kruth und noch vier weitere DFCler. Spontan ließ ich mich zu einer Runde 0,5l-Dosen Becks hinreißen, um uns die Wartezeit auf die jeweiligen Züge zu verkürzen.
 
Absoluter Höhepunkt war dann der Zeitpunkt, als mir ein Foto von Karneval gezeigt wurde, dass einen Fan mit einem Fortuna-Spieler zeigte, dessen Namen ich hier aus Datenschutzgründen nicht nennen möchte. Verkleidet hat Captain Future sah er so ein bisschen aus wie Hildegard Knef in „Die Sünderin“, aber alles in allem eine sehr schöne Karnevalsimpression, wie man sie wahrscheinlich auch nur in Köln findet.
 
Dieses herzliche Meeting endete so, wie es enden musste. Denn nachdem ich mich fest gequatscht hatte, eilte ich auf Bahnsteig 4A, wo ich gerade noch die Lichter meines Euroexpress erkennen konnte. Hurra, ich hatte nach meinem Auftritt als Co-Trainer in Düsseldorf zum zweiten Mal den Zug verpasst und das alles für die Fortuna. Diesmal brauchte ich jedoch nicht übernachten, holte mir noch zwei Dosen Becks, weil die Fortunen inzwischen ihren Zug natürlich erwischt hatten, nahm einfach den Zug, der eine Stunde später fuhr und kam dann doch irgendwann noch in Lippstadt an.
 
Inzwischen habe ich so viele Dinge mit der Fortuna erlebt, ohne jemals im Fan-Block gestanden zu haben, dass ich mir fest vorgenommen habe, am 29.03. nach Schermbeck zu fahren, auch wenn dieses Dorf 142 Km von Lippstadt entfernt ist. Alles für den Dackel – alles für den Club!
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