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Fassungslosigkeit und blankes Entsetzen

 
IMG_2302 by Sebastian Fluegel.
 

Bericht von STEFAN KURTH
Fotos von SEBASTIAN FLÜGEL
Es gibt auch im Fußball zuweilen Momente, die bei nüchterner Betrachtung einfach nicht zu kapieren, nicht zu begreifen sind. Gestern war es wieder soweit. Nach siebzig starken Minuten führt der SC Fortuna gegen einen harmlosen SSVg Velbert verdient und souverän mit 3:0, um dann zwanzig Minuten später doch mit nahezu leeren Händen dazustehen. Aus einem gelungenen Spielzug, einem Sonntagsschuss und einem verunglückten „Schüsschen“ machen die Gastgeber drei Tore aus zweieinhalb Chancen und sorgen in der Südstadt damit für absolute Fassungslosigkeit.

„Ich bin maßlos enttäuscht. Das 3:3 fühlt sich an wie eine Niederlage. Das ist eine Katastrophe, wenn du bis zur 72. Minute mit 3:0 führst. Wir haben bis dahin sehr, sehr gut gespielt. Am Ende haben wir die Konsequenz im Spiel nach vorne vermissen lassen. Die einzige Erklärung, die ich im Moment habe, ist, dass wir noch nicht so gefestigt sind. Wir haben zum Schluss die Nerven verloren. Das ist ein Schlag ins Gesicht. Ich muss die Mannschaft jetzt wieder aufrichten. Aber wir haben genug Potenzial und Qualität, dass wir die nächsten Spiele erfolgreich gestalten werden.“   blickte der zuletzt überraschend und für viele unverständlich in die Kritik geratene Fortuna-Coach Matthias Mink im Anschluss an die Partie schon wieder nach vorne.

Dabei war seiner Truppe eigentlich von Beginn an anzumerken, dass sie die Schmach aus dem Pokalspiel gegen den SC West vergessen machten wollte. Gegen einen völlig verunsicherten Gegner dominierte die Südstadtelf das Spiel und führte zur Halbzeit nach schönem Kopfballtreffer von Kevin Kruth und einem spektakulären Volleyschuss von Hamdi Dahmani verdient mit 2:0. Ein völlig verdienter Halbzeitstand, denn bis auf einen Lattentreffer im Anschluss an eine nicht geahndete Abseitssituation und einen Kopfball nach einer Ecke gelang den Blau-Weißen wenig bis gar nichts. Nicht nur für einen selbsternannten Aufstiegsfavoriten eine einzige Katastrophe.

IMG_1953 by Sebastian Fluegel.

Zumal es aus Velberter Sicht auch in der 2.Halbzeit nicht besser wurde. Im Gegenteil, es wurde noch schlechter. Stefan Hoffmann markierte schon acht Minuten nach Wiederanpfiff das 3:0 für die Südstädter. Das vierte Tor hätte folgen können, wenn nicht müssen. Die Gastgeber hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst ihrem Schicksal ergeben und taumelten nur noch dem Abpfiff entgegen. Und das mehr schlecht als recht. Die Fehlpassquote war bei den Blau-Weißen unfassbar hoch, selbst einfachste Bälle über eine kurze Distanz landeten fast immer beim Gegner oder direkt im Seitenaus. Unerklärlich wie diese Mannschaft mit einer solchen Leistung die Klasse halten will.

Für Außenstehende vermittelte das Spiel  nun eher Trainingsspielscharakter. Fortuna wollte scheinbar nicht mehr, Velbert konnte scheinbar nie mehr. Klar, irgendwie schienen die Jungs von Matthias Mink auch in dieser Phase gerne noch ein Törchen schießen zu wollen - innerlich hatten die Mannen aber wohl schon abgeschaltet. Und der Drops schien ja auch tatsächlich gelutscht. Bis zur 72. Minute.

Denn dann ging alles plötzlich ganz schnell. Mit einem Doppelschlag kämpfte sich Velbert zurück ins Spiel. Erst kam Offensivspieler Nigbur im Abwehrzentrum aus kürzester Distanz völlig frei zum Kopfball, dann landet Nigburs spektakulärer Volleyschuss unhaltbar im linken Torwinkel und schließlich markiert Bestler mit einem eigentlich lachhaften Schüsschen doch noch den 3:3-Ausgleichstreffer. Unter gnädiger Mithilfe von Fortuna-Keeper Christopher Möllering. Der Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie. [SPIELER BENOTEN] [MEHR INFOS ZUR FORTUNA & ZUR NRW-LIGA]

IMG_2306 by Sebastian Fluegel.
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